FILICOPSIDA - Farne

anspruchsvoll, alle Farne sind für die Hydrokultur geeignet

Farnpflanzen gehören zu den ältesten, noch lebenden Gewächsen der Erde und haben sich aus ferner Vergangenheit in unsere Zeit herübergerettet Die Vermehrung erfolgt durch Sporen, da Farne keine Blüten und folglich auch keine Samen ausbilden. Die Pflanzen, deren Hauptverbreitungsgebiet auch heute noch in den Tropen liegt, stellen an den Zimmergärtner relativ hohe Anforderungen. Bei den in gemäßigten Zonen heimischen Wildformen handelt es sich um Freilandgewächse, die für einen längeren Aufenthalt in geschlossenen Räumen nicht geeignet sind. Da Farne in ihrer Heimat im Schatten hoher Bäume entweder terrestrisch in der Erde wurzeln oder sich als Epiphyten (Aufsitzer) in den Astgabeln und Rindenritzen geeigneter Großgehölze ansiedeln, muss man versuchen, ihnen im Topf ähnliche Bedingungen zu bieten. Außer dem Pellefarn mit seiner für die Kultur wichtigsten Art Pellaea rotundifolia aus Neuseeland, brauchen alle Farne lichten Schatten, hohe Luftfeuchtigkeit, kalkarmes Gieß- und Sprühwasser, mäßig warmes Raumklima, bei hellem Stand auch im Winter eher kühl, ein humoses, durchlässiges Pflanzsubstrat und Schutz vor Zugluft und krassen Temperaturschwankungen. Gedüngt wird sehr zurückhaltend und stets nur in schwacher Konzentration. Weil diese geringen Nährstoffmengen rasch verbraucht sind, empfiehlt sich ein jährliches Umtopfen im Frühjahr in humose, lockere Erde. Besondere Aufmerksamkeit erfordert das Gießen, weil der Boden zwar stets gut feucht, aber nicht triefnass sein soll. Die meisten Farne sind deshalb für ein gelegentliches Tauchbad dankbar; bei dem die Wedel jedoch nicht mit dem Wasser in Berührung kommen dürfen. Um bei der Bewässerung das rechte Maß zu finden, kann der Topf mit dem Farn in eine Schüssel gestellt und dort so lange gegossen werden, bis das Wasser im Behälter stehen bleibt und nicht mehr aufgesogen wird. Danach kommt der Topf wieder an seinen Platz. Weil bei aller Fürsorge eine optimale Pflege nur im geschlossenen Blumenfenster möglich ist, wird man im Zimmer von Schädlingen wie Schild- oder Wollläusen nicht ganz verschont bleiben. In diesem Fall ist wegen der Empfindlichkeit der Pflanzen gegenüber Insektiziden Vorsicht geboten. Daher ist es besser; mit einer schwachen Brennspirituslösung die Schilde und Wachsausscheidungen der Tiere zu bepinseln und sie so zu bekämpfen. Gegen Blattläuse an jungen Trieben kann dieselbe Methode mit Schmierseifenlösung Erfolg haben. Die Vermehrung durch Sporen setzt spezielle Kenntnisse und Kultureinrichtungen voraus und ist für den Hobbygärtner daher nicht zu empfehlen. Viele Farne lassen sich im Frühjahr durch Teilung vermehren, andere bilden Wurzelausläufer, die man abschneiden und eintopfen kann.

Adiantum,

der reizende Frauenhaarfarn mit den feinen, zartgrünen Blättchen und den steifen, braunen oder schwarzen Stielen hält sich im Wohnklima meist nur eine begrenzte Zeit. Seine Ansprüche an gleichbleibende Wärme und Luftfeuchte können im Zimmer meist nicht erfüllt werden.

Aspienium,

dem Nestfarn tropischer Regenwälder, wo er als Epiphyt riesenhafte Ausmaße annehmen kann, ergeht es bei Zimmerkultur nicht viel besser als Adiantum. Wasser und Nährstoffe sammeln sich, ähnlich wie bei Trichterbromelien, in den Blattrosetten und werden von dort der Pflanze zugeführt.

Blechnum,

der Rippenfarn, ist mit der Art B.gibbum aus der Südsee, wo er als Baumfarn lebt, einigermaßen erfolgversprechend im Zimmer zu halten, Man muss ihn allerdings im Winter vor Kühle des Topfsubstrats und Zugluft bewahren. Die Pflanze soll nicht direkt besprüht werden.

Nephrolepis,

der Schwertfarn, ist der wohl bekannteste und auch dankbarste Farn für die Zimmerkultur, da er auf Luft- und vorübergehende Ballentrockenheit nicht so empfindlich reagiert, wie die meisten anderen Farne. An den Ausläufern sich bildende Jungpflanzen kann man abtrennen und in feuchtem Substrat bewurzeln lassen.

Pellaea,

der Pellefarn, dessen Verbreitungsgebiet sich über den gesamten amerikanischen Kontinent erstreckt, verträgt als einziger Farn etwas Sonne und gelegentliche Trockenheit.

Phlebodium,

der Tüpfelfarn, stammt aus den Tropen Südamerikas und ist bei uns in mehreren Sorten im Handel. Er braucht im Winter Temperaturen um 20°C und hohe Luftfeuchtigkeit, wie die meisten Farne.

Phyllitis,

der Hirschzungenfarn, ist als einheimisches Gewächs an einen kühlen Winterstandort gewöhnt. Während der Kultur dürfen die Temperaturen im Winter am hellen Platz unter 10° C liegen. Im Sommer sollte die Pflanze ins Freie. Eine Vermehrung ist durch Blattstecklinge möglich, wobei die Blattstiele in feuchtes Anzuchtsubstrat bei etwa 20° C Bodenwärme gesteckt werden.

Platvcerium,

der Geweihfarn, ist ein Epiphyt der aus Ostasien, Australien, Amerika und Afrika stammt. Er ist empfindlich gegen Sprühflüssigkeit auf den Blättern. Daher ist es besser, den Topf von Zeit zu Zeit in enthärtetes, temperiertes Wasser zu tauchen, und zwar so, dass die Pflanze bis zum Abend abtrocknen kann. Erfolgreich können diese Farne in Orchideentöpfen kultiviert werden, da die sogenannten Mantel- oder Nischenblätter, die später absterben, den Topf völlig umhüllen und die Pflege erschweren.

Pteris,

der Saumfarn, ist in vielen Arten im Handel. Er lässt sich mit wenigen Ausnahmen gut im Zimmer kultivieren. Der Standort soll hell bis halbschattig sein. Zimmertemperatur ist im Sommer angebracht im Winter kann es etwas kühler sein. P.ensiformis sollte nie unter 18° C stehen.