PALMAE- Palmen

pflegeleicht, alle Palmen sind für Hydrokultur geeignet

Über 3500 Arten in 236 Gattungen sind bekannt und überwiegend in tropischen Gegenden auf der Südhalbkugel der Erde verbreitet Die einzige europäische Palme, die als Zimmerpflanze Bedeutung hat, ist Chamaerops humilis, die Zwergpalme, vom westlichen Mittelmeer. Eine zweite europäische Art, Phoenix theophrastii, kommt nur in einem einzigen Tal an der Ostspitze von Kreta vor und wird nicht kultiviert.

In letzter Zeit erleben Palmen als Topf- oder vor allem Kübelpflanzen eine Renaissance, nachdem sie schon einmal zu Ausgang des 19. Jahrhunderts groß in Mode waren.

Gemeinsam mit den gleichfalls lange Zeit vergessenen Farnen scheint ihr Comeback unaufhaltsam. Das liegt sicher ebenso an pflegeleicht der beeindruckenden Pflanzengestalt und den interessanten Wedeln, die Palmen im Lauf der Jahre ausbilden, wie an der relativen Bedürfnislosigkeit dieser Gewächse in Zimmerkultur.

Die meisten Palmen wünschen einen hellen, aber nicht vollsonnigen Platz. Nur Chamaerops humilis, die Zwergpalme, und Phoenix canariensis, die Dattelpalme der Kanarischen Inseln, lieben direkte Sonne, sind aber nicht darauf angewiesen. Alle Palmen sind dankbar für einen sommerlichen Aufenthalt an einem geschützten absonnigen Platz auf Balkon oder Terrasse. Auch Chamaerops und Phoenix müssen zu Anfang schattig gestellt werden, wenn sie das Wohnzimmer gegen einen Platz im Freien eintauschen.

Während der winterlichen Ruhezeit unansehnlich gewordene oder vertrocknete Wedel kann man abschneiden, ein regelrechter Rückschnitt der ganzen Pflanze ist bei Palmen jedoch nicht möglich, weil damit der einzige, in der Mitte des Blattschopfs befindliche Vegetationskegel, dem die Wedel entsprießen, mit entfernt würde und das Gewächs dann nicht mehr lebensfähig ist.

Alle Palmen brauchen im Sommer reichlich Wasser und vertragen keine Ballentrockenheit. Das Kokospälmchen, Microcoelum weddelianum, sollte ständig etwas Wasser im Untersatz haben. Dadurch wird zusätzlich die Luftfeuchtigkeit erhöht die für dieses aus dem tropischen Brasilien stammende Gewächs wichtiger ist als für andere Palmen.

Im Winter, besonders wenn ein kühler Platz gewählt wurde, ist das Gießen einzuschränken. Wintertemperaturen um 16°C sind ein guter Durchschnittswert, weniger schadet meist nicht, nur das Kokospälmchen braucht auch in dieser Zeit mindestens 18°C.

Zur Ernährung der Palmen reicht während der Vegetationszeit eine alle zwei Wochen verabreichte Volldüngergabe. Um die Ruhephase im Winter zu unterstützen, reduziert man diese Menge von Oktober bis März auf eine Düngung pro Monat.

Junge Pflanzen können jährlich im Frühjahr in Einheitserde oder TKS umgetopft werden, ältere nur bei Bedarf in einen eher hohen als breiten Topf oder geräumigen Kübel. Die Erde ringsum muss man nach dem Einsetzen fest andrücken. Der Wurzelballen lässt sich ohne Schaden für die Palme verkleinern, indem vom unteren Wurzelgeflecht ein etwa 10 cm dickes Stück mit einem schaffen Messer abgetrennt wird. Andernfalls heben sich besonders Phoenix-Palmen allmählich durch den Wurzeldruck aus ihrem Gefäß heraus. Eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich, gelingt aber nur bei hoher Bodentemperatur und unter der Voraussetzung, dass der Samen frisch ist. Auch dann kann es, je nach Art, viele Monate dauern, ehe sich ein Keimling zeigt, und es vergehen mehrere Jahre, bis die selbst angezogene Palme so groß geworden ist, dass sie als Blattpflanze etwas darstellt. Besser ist es also, man kauft fertige Jungpflanzen. Wegen der langen Kulturdauer haben sie allerdings ihren Preis.

Leichter ist die Vermehrung von Arten, die Seitensprosse ausbilden. Sobald der Schössling eigene Wedel besitzt, kann man ihn von der Mutterpflanze abtrennen und eintopfen. Weiterkultiviert wird zunächst warm und geschützt.

Chamaedorea elegans,

die Bergpalme, ist unkompliziert, stammt aus Mittel- und Südamerika und stellt keine besonderen Ansprüche. Die Wintertemperaturen sollen um 20°C liegen, können aber auch bis auf 12° C absinken. Im Sommer ist ein Besprühen günstig. Umgepflanzt wird nur wenn es notwendig ist.

Chamaerops humilis,

die Zwergpalme, ist eine der beiden einzigen im südlichen Europa beheimateten Palmen. Sie steht im Sommer am besten luftig und besonnt im Freien und braucht im Winter einen hellen, kühlen Platz bis 4°C. Dort wird dann nur noch wenig gegossen. Zwergpalmen können durch Ableger (Kindel) vermehrt werden.

Cymbidium

ist eine terrestrische, sehr groß werdende, herrlich blühende Orchidee aus Südostasien und Australien. Für die Zimmerkultur eignen sich nur die Mini-Hybriden. Cymbidium wünscht einen sehr hellen, auch leicht sonnigen Stand. Im Sommer kann es in lichtem Gehölzschatten im Freien stehen. Im Winter sollten Zimmertemperaturen herrschen, jedoch nicht unter 12° C. Im Sommer wird reichlich gegossen, im Winter weniger. Auch Übersprühen ist günstig. Gedüngt wird alle zwei Wochen mit schwacher Konzentration. Die Pflege ist einfach.

Chrysalidocarpus lutescens,

die Goldfruchtpalme, wird im Handel bisweilen noch unter ihrer alten Bezeichnung Areca lutescens geführt. Diese Palme liebt einen hellen, warmen, aber nicht vollsonnigen Standort. Sie braucht viel Feuchtigkeit, sollte während des Sommers stets etwas Wasser im Untersatz haben und häufig übersprüht werden. Dieses Feuchtigkeitsbedürfnis prädestiniert die Goldfruchtpalme für die Hydrokultur.

Howeia,

die Kentiapalme oder Kentie, deren beide einzigen Arten von Australien vorgelagerten Inseln stammen, gehört zu den pflegeleichtesten Zimmerpalmen. Sie verträgt Sonne wie leichten Schallen, winterliche Wohntemperaturen und Lufttrockenheit. Unter 12°C sollte die Temperatur während der Ruhezeit nicht sinken. Im Sommer stellt man sie am besten nach draußen, wo Regen die Blätter abwaschen kann. Das wird von Palmen allgemein geschätzt.

Microcoelum,

das Kokospälmchen, ist eine südamerikanische Tropenpalme, die sich wegen unzureichender Voraussetzungen meist nur eine begrenzte Zeit als Topfpflanze halten lässt. Sie steht ganzjährig an einem absonnigen Platz im Zimmer wenn möglich bei hoher Luftfeuchtigkeit. Am besten stellt man den Topf erhöht in ein größeres Gefäß mit Wasser. Wintertemperaturen sollen zwischen 16 und 18°C liegen. Heizungswärme führt zur Braunfärbung der Wedel.

Phoenix canariensis,

die Dattelpalme, stammt von den kanarischen Inseln und ist die härteste und für Zimmerkultur neben und Kentie Howeia am besten geeignete Art. Sie wünscht sich einen sonnigen Stand mit viel frischer Luft und sollte daher den Sommer über ins Freie gestellt werden. Im Winter will die Dattelpalme hell, auch sonnig, aber kühl stehen, außer P.roebelenii aus Laos, die auch im Winter um 20°C benötigt.

Phoenix roebelenii,

eine weitere Art der Dattelpalme, zeichnet sich durch zierlicheren Wuchs, leider aber auch durch höhere Ansprüche aus. Ein Freiluftaufenthalt kommt für diese asiatische Palme nicht in Frage, denn sie verlangt auch nachts Temperaturen nicht unter 15°C. Ballentrockenheit wird so wenig vertragen wie geringe Luftfeuchtigkeit und volle Sonne.